wenn-das-monster #Putin-nicht-gestoppt-wird

Wenn das monster #Putin nicht gestoppt wird…


Als ich 1995 für 34 Tage als Geisel in Gefängnissen der Kriegsverbrecher Karadzic/Mladic festgehalten wurde – hat auf der Pritsche direkt neben mir Vladimir seinen Platz eingenommen. Ein gut 20 jähriger Russischer Scharfschütze aus Moskau. Er hat mir dort berichtet, wie er von den Hügeln rund um Sarajevo als Scharfschütze auf Zivilisten in der Stadt Sarajevo geschossen hat – das war während der Jahre der Belagerung Sarajevos – die Leute waren gezwungen, über die Strassen zu laufen, denn es gab in ihren Häusern kein Wasser, kein Strom, kein Gas – wollten sie also überleben, mussten sie auf die Strasse. Über 10 000 Zivilisten sind so in der belagerten Stadt Sarajevo ermordet worden. In Den Hag wurden bereits einige von Mladic’s & Karadzic‘ Schergen dafür verurteilt. Wir wussten immer, dass Russische Söldner an der Seite von Karadzic/Mladic in Bosnien an Kriegsverbrechen beteiligt waren. Diesen Vladimir dort direkt neben mir auf einer Pritsche zu haben, Tag und Nacht – ja, ich habe ihn gut kennen gelernt. Er hat detailliert erzählt, wie es ihm Spass macht, zu sehen, wie die Menschen auf den Strassen im eingeschlossenen Sarajevo versuchen sich vor seinen Geschossen aus dem Snjper-Gewehr in Sicherheit zu bringen. Er lachte wie ein Idiot während er seine Mordtaten schilderte. Das war im Frühjahr 1995, kurz bevor dann die Miloseciv-Karadzic-Mladic Bande in Srebrenica auf dem Europäischen Kontinent das grösste Massacker seit dem 2. Weltkrieg anrichteten.

u redu za vodu – waiting in the line for water, Sarajevo 1993, Edo Ramadanovic

u redu za vodu – waiting in the line for water, Sarajevo 1993, Edo Ramadanovic

Auf Grund dieser persönlichen Erfahrung mit UN-Korruption, die für mich ein Lernfeld darstellt, das auch heute nach über 20 Jahren noch nicht erschöpft ist, weil die UN-Korruption in diesem spezifischen Fall und die diesbezügliche Korruption und Menschenrechtsverletzungen aller beteiligten Regierungen noch immer anhalten, bin ich in der Lage, den Genozid von Srebrenica mit dem gefährlichsten Monster unserer Zeit – Putin – in Verbindung zu bringen.

Und damit haben wir noch nicht von Tschetschenien, von der Krim, von Georgien, von Afghanistan, von der Ostukraine, von Syrien und insbesondere von Allepo gesprochen.

Monster, die nicht rechtzeitig gestoppt werden, hinterlassen das:

http://www.srebrenica360.com

English Version:

https://swissukraine.org/2016/10/19/if-the-monster-is-not-stopped-in-time-endless-talks-with-putin-co/

See also:

https://swissukraine.org/2016/09/22/we-need-a-un-organzation-in-a-organizational-structure-that-is-smart-and-not-stupid-like-a-sausage/

SRF

SRF Information = Desinformation weil dysfunktionale Sprache und Verletzung journalistischer Sorgfaltspflicht


Während Putins Hybridarmee in der Ukraine eine Fläche besetzt hält, so gross wie die Schweiz oder Holland – mutet das Schweizer Radio seinen Hörern immer wieder Beiträge zu, die gespickt sind durch Versatzstücke aus Putins Propagandakiste – in ihrer Dysfunktionalität völlig ungeeignet, der Hörerin, dem Hörer zu ermöglichen, sich ein Bild der Sachlage machen zu können.

Heute am 15. 09. 2016 strahlte Radio SRF in den Morgeninformationen einen Beitrag aus, in dem vor allem durch den Russland Korrespondenten David Nauer ein richtiges Propagandastück serviert hat. Putin würde sich bei David Nauer dafür sicher sehr bedanken. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Nauer für seine Leistung, das was in der Ukraine Fakt ist, so gekonnt vernebelt darzustellen, einen Putin-Orden erhalten würde.

david-nauer-ist-korrespondent-von-radio-srf-in-russland-von-2006-bis-2009-hatte-nauer-fuer-den-tages-anzeiger-aus-moskau-berichtet-anschliessend-aus-berlin

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hoffnungsschimmer-fuer-die-ukraine-die-aussenminister-deutschlands-und-frankreichs-mit-praesident-petro-poroschenko-l-keystone

hoffnungsschimmer-fuer-die-ukraine-die-aussenminister-deutschlands-und-frankreichs-mit-praesident-petro-poroschenko-l-keystone

Hier der Beitrag, wie er in die Schweizer Wohnstuben verbreitet worden ist:

SRF 15.09.2016 «Offenbar will Russland, dass sich in der Ukraine etwas ändert»

Im Beitrag verwendetes dysfunktionales Sprachmaterial:

Der Konflikt

Der Konflikt

Die Separatisten

Die Separatisten

Die Gewalt in der Ostukraine

Die Gewalt in der Ostukraine

Die Separatistischen Rebellen

Die Separatistischen Rebellen

Halten derartige Versatzstücke Russischer Propagandasprache im Schweizer Radio SRF einer fachmännischen oder gar richterlichen Prüfung nach deren Sachgerechtigkeit (Sachgerechtigkeitsgebot stand? ((Art. 4 Abs. 2 RTVG; BGE 134 I 2 E. 3.3.1 S. 6; Urteile 2C_255/2015 vom 1. März 2016 E. 4.2; 2C_494/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4))

Hier kann man getrost ein grosses Fragezeichen setzen.

Wenn David Nauer aber ausdrücklich darauf hinweist und das dann so stehen lässt, bis dahin sei jeweils die Waffenruhe wieder gebrochen worden…. und dann betont: „Und zwar von beiden Seiten“… dann stellt sich die Frage nach der Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht. Würde David Nauer nämlich sich die Mühe nehmen, die täglichen OSCE-Berichte zur Ukraine zu studieren und zu lesen, würde er die Fakten erkennen und würde sie in seinem Beitrag korrekt wiedergeben. David Nauer’s Behauptung widerspricht den Fakten mehrfach:

Zu einem Grossteil gehen die Angriffe von Putins Hybridarmee aus, die Ukrainische Armee verfolgt streng das Regime, lediglich sich zu verteidigen und die vereinbarten Linien zu halten. Das so zu umschreiben wie David Nauer das tut, ist sicher nicht einfach „Journalistische Freiheit“ sondern eine krasse Verletzung von Journalistischer Sorgfaltspflicht.

 

Verletzung journalistischer Sorgfaltspflicht?

Die Waffenruhe wurde gebrochen, und zwar von beiden Seiten

Die Waffenruhe wurde gebrochen, und zwar von beiden Seiten

 

scale-of-the-ongoing-russian-aggression-against-ukraine-in-numbers

scale-of-the-ongoing-russian-aggression-against-ukraine-in-numbers

Source: http://iwp.org.ua/eng/public/2106.html

 

Bei einer Gesamtzahl von 1.783 Millionen intern Vertriebenen in der Ukraine, bei 22 137 Verletzten, bei 9553 Toten, bei 3.7 Millionen direkt durch den Krieg Betroffenen –

zeugt es da von journalistischer Sorgfalt, von „Gewalt in der Ostukraine“, von „Konflikt“ zu sprechen und gleichzeitig penibel die inzwischen durch zahlreiche anerkannte Untersuchungen etablierten Begriffe wie Russlands Hybride Armee“„Russlands Hybrider Krieg gegen die Ukraine“ zu meiden?

OSCE-SMM Ukraine-Meldung von 10:58 - 16. Sep. 2016

OSCE-SMM Ukraine-Meldung von 10:58 – 16. Sep. 2016

 

Siehe auch:

https://swissukraine.org/2015/06/18/russias-hybrid-war-in-ukraine/

https://swissukraine.org/2015/02/22/media-library-munich-security-conference/

https://swissukraine.org/2016/05/08/ulrich-schmid-technologien-der-seele-wer-wissen-will-was-auf-uns-zukommen-wird-sollte-das-lesen/

 

 

 

Eine Flugdrohne für die Ukraine zur Beobachtung von „Bären“ – eine Spendensammlung der NGO swissukraine.org


Liebe Freundinnen und Freunde der Ukraine,

wie wir alle wissen leidet die Ukraine unter einer „Bärenplage“. Diese Bären, sind verkleidet als grüne Männchen in die Krim und die Ostukraine eingesickert und treiben da nun ihr furchtbaren Unwesen.

Braunbär

Braunbär

Wir wollen die Ukrainischen „Bärenfänger“ mit der Spende einer Drohne in ihrer mühseligen Arbeit unterstützen. Beteilige Dich mit einer Spende – sei sie noch so klein!

Drohne

Drohne

Wir als NGO (swissukraine.org) sorgen dafür, dass die Drohne sicher bei den „Bärenfängern“ in der Ukraine ankommt.

Regelmässig informieren wir über den Verlauf der Spendensammlung, den Transport der Drohne zu den „Bärenfängern“.

Jede einzelne Spende ist willkommen.

Spendenkonto des Vereins Schweiz-Ukraine (swissukraine.org: IBAN CH15 0839 0034 3768 1000 6)

Sicher, bequem und schnell per PayPal spenden, auf gelben Spenden Button klicken: 

 

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UPDATE ZUM VERLAUF DER SPENDENSAMMLUNG: 

 

 

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Fischer:Putin, Staatsbesuch im Kreml

#Austria: Staatsbesuch spielen mit kriminellem #Putin….


 

„Russland ist ein wichtiges und einflussreiches Land in genau jenem Raum, der auch für Österreich von größter Bedeutung ist, nämlich Zentral- und Osteuropa, Naher und Mittlerer Osten und Zentralasien“, umriss Fischer die Hintergründe seiner Reise. „Wirtschaftliche und politische Veränderungen in diesem Raum betreffen jeden einzelnen Menschen in Österreich. Wir wollen mit den wichtigsten Playern in dieser Region vernünftig zusammenarbeiten.“

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer, anlässlich seines Staatsbesuchs bei Putin in Moskau

Als OSCE Mitglied (nächstes Jahr im Vorsitz der OSCE) ist die Österreichische Regierung genau im Bild über den brutalen Krieg, den Putins Russland gegen die Ukraine führt.

Österreichs Bundespräsident Fischer und sein Aussenminister Kurz

  • haben rein rechtlich die Bedeutung und deren Dimensionen erfasst, begriffen, die der Bruch des internationalen Völkerrechtes durch Putin mit seiner Krim-Besetzung darstellt (ein kleines Land wie Österreich, ist geradezu elementar auf die Aufrechterhaltung von internationalem Recht angewiesen, und Putin und seine kriminelle Bande zerstört diese Rechtsgrundlagen gezielt und systematisch)
  • kennen die Verbrechen, die Putin auf der Krim gegen die Krim Tataren ausführen lässt
  • kennen die täglichen OSCE-Kriegsberichte (Berichte der OSCE-SMM) aus der Kriegszone auf dem Boden der souveränen Ukraine, aus denen Tag für Tag in Zahlen schwarz auf weiss täglich hervorgeht, wie Putins Hybridarmee hunderte Angriffe gegen die Verteidiger der Ukraine ausführt
  • Bundespräsident Fischer und Aussenminister Kurz kennen im Detail die ständigen Verletzungen des Minsk Waffenstillstands Abkommens durch Putins Russland – (vorausgesetzt sie sind in der Lage, die entsprechenden eindeutigen OSCE-Berichte und Statements lesen zu können)
  • kennen die eindrücklichen Berichte über die nahezu 2 Mio. Vertrieben durch den von Putin angezettelten Krieg in der Ostukraine
  • Fischer und Kurz kennen die Zahlen, die belegen, dass die von Putins Russland angegriffene Ukraine tausende Tote zu beklagen hat, und die zweifelsfrei belegen, dass auch die Russische Arme bereits tausende Tote Soldaten zu beklagen haben
  • Bundespräsident Fischer und sein Aussenminister Kurz kennen die Namen der Ukrainischen Staatsbürger, die nach Russland verschleppt worden sind und dort als Geiseln festgehalten werden
  • Bundespräsident Fischer und sein Aussenminister Kurz kennen die Einschätzung von unabhängigen internationalen Stellen und Organisationen zur Verletzung von elementarem Menschenrecht, Kriegsrecht, Völkerrecht am Beispiel der als Geisel nach Russland verschleppten Ukrainischen Pilotin, Parlamentarierin, Abgeordnete des Europaparlamentes – Nadja Savchenko

und trotzdem erachten es Fischer und Kurz als opportun, mit jenem Verbrecher, der dabei ist, sämtliche Grundlagen unserer Zivilisation systematisch und gezielt zu zerstören – Menschenrecht, Kriegsrecht, Völkerrecht, Bilaterale Verträge – ja der die Weltgemeinschaft im Laufe der letzten gut zwei Jahren derart offensichtlich frappant belogen hat – wie nennt das Bundespräsident Fischer? – „Wir wollen mit den wichtigsten Playern in dieser Region vernünftig zusammenarbeiten“

Österreichs Bundespräsident Fischer sagt damit klar:

„Ich Heinz Fischer, als Österreichs Bundespräsident, will jetzt mit dem Geiselnehmer Putin vernünftig zusammen arbeiten, mit Putin, der Kriegsrecht, Menschenrecht, Völkerrecht, Bilaterale Verträge verletzt, im Nachbarland Ukraine einen noch nie gesehenen brutalen hybriden Krieg führt, mit gezielten Massnahmen der hybriden Kriegsführung die Europäische Union destabilisiert, die Regierung Deutschlands mit Mitteln der hybriden Kriegsführung angreift und mit seinen Terror-Massnahmen wie z.B. Scheinangriffe mit Atombombern rund um den Globus die Welt terrorisiert und der internationale Atomverträge mehrfach verletzt, Putin, der sein eigenes Land in Geiselhaft hält und mit einem ausgeklügelten System ausplündert (Putin gilt als reichster Mann der Welt, während die Infrastruktur des Landes vergammelt und Millionen Russen kaum genügend zu Essen haben) – mit diesem skrupellosen Verbrecher will ich, Österreichs Bundespräsident vernünftig zusammenarbeiten.“

 

 


 

Vergleiche:

http://derstandard.at/2000034122749/Fischer-in-Moskau-Gespraech-mit-Putin-ueber-internationale-Krisenherde

als PDF:

Fischer in Moskau: Gespräch mit Putin über internationale Krisenherde – Russland – derStandard.at ›

 


Einschub sozusagen als Kompass:

 

Hört endlich auf, dem Diktator die Stiefel zu lecken.

Mikhail Shishkin

Der russische Autor Michail Schischkin, geboren 1961 in Moskau, bezeichnet den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland als das »schlimmste Verbrechen«, das die Führung in Moskau in den vergangenen Jahren begangen hat. Sie habe zwei Brudervölker aufeinander gehetzt. Schischkin ist Sohn einer Ukrainerin und eines Russen und lebt als Schriftsteller in der Schweiz. Er hat alle wichtigen russischen Literaturpreise bekommen, seine Romane sind in Russland allesamt Bestseller. Letztes Jahr veröffentlichte er einen »Brief an Europa«, der mit dem Satz endete:

»Man muss endlich verstehen: Das Nachkriegseuropa steckt bereits wieder in der Vorkriegszeit«.

Hier gibts mehr von Mikhail Shishkin zu hören und zu sehen:

Putins schwarzes Loch, Mikhail Shishkin und Dr. Petersen


 

Fischer:Putin, Staatsbesuch im Kreml

Fischer:Putin, Staatsbesuch im Kreml

 

Das Gespräch zwischen Fischer und Putin im Beisein der Delegationen. Foto-Peter Lechner-HBF

Das Gespräch zwischen Fischer und Putin im Beisein der Delegationen. Foto-Peter Lechner-HBF

Außenminister Sebastian Kurz berichtet von seinem USA Besuch am Tag zuvor. Er reiste direkt von Washington nach Moskau-Foto-Wolfgang Unterhuber

Außenminister Sebastian Kurz berichtet von seinem USA Besuch am Tag zuvor. Er reiste direkt von Washington nach Moskau-Foto-Wolfgang Unterhuber

 

Rupprechter, Sebastian Kurz, Heinz Fischer und Wolfgang Brandstetter (v.l.) bereiten sich auf ein Gespräch vor-Foto-Wolfgang Unterhuber

Rupprechter, Sebastian Kurz, Heinz Fischer und Wolfgang Brandstetter (v.l.) bereiten sich auf ein Gespräch vor-Foto-Wolfgang Unterhuber

 

Sigi Wolf, langjähriger Stronach-Vertrauter und heute Manager eines russischen Autozulieferkonzerns, berichtet den Ministern Brandstetter und Rupprechter von der Lage in Russland-Foto-Wolfgang Unterhuber

Sigi Wolf, langjähriger Stronach-Vertrauter und heute Manager eines russischen Autozulieferkonzerns, berichtet den Ministern Brandstetter und Rupprechter von der Lage in Russland-Foto-Wolfgang Unterhuber

 

Heinz Fischer und Wladimir Putin geben in Moskau eine gemeinsame Pressekonferenz-Foto-Wolfgang Unterhuber

Heinz Fischer und Wladimir Putin geben in Moskau eine gemeinsame Pressekonferenz-Foto-Wolfgang Unterhuber

Ukraine Maske – Foto: Fritz Ehrlich

„Die gesteinigte Maske“ von Fritz Ehrlich


„Die gesteinigte Maske“

Kurzgeschichte aus der Ukraine von Fritz Ehrlich

Die Ukrainer und mein Talisman

Fahrt in Richtung Donezk, von Westen kommend, aus Saporoschje. Ich komme mir vor, als ob ich mich selbst auf die Schlachtbank führe. Wie auf einer Zeitreise, aus der Zukunft oder besser der Gegenwart, in das Jahr 1937. „Fahre auf keinen Fall mit Deinem eigenen Auto, zumal noch mit dieser Euro-Nummer“ liegt mir noch im Ohr. Mein Blick geht auf die ukrainische Fahne auf dem Armaturenbrett, ich lasse sie liegen, so lange es geht. Russische Diversantengruppen, Spezialeinheiten, die keine Gesetze kennen, dafür aber in Gruppen von 2-12 Mann alles töten, was ihnen in die Quere kommt, sind kürzlich sogar in Charkow geschnappt worden. Sie können überall sein und die oft schnurgeraden Trassen in der Ukraine laden förmlich ein, es mit einem Fernschuss auf einen fahrenden Kleiderschrank zu versuchen, um dann auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Ich beginne, Schlangenlinien zu fahren. Eigentlich ist es noch recht weit bis zur Front, vielleicht 40 km, aber man kann nie wissen. Dann, in etwa einem Kilometer Entfernung Bewegung auf der Chaussee. Ich nehme automatisch den Fuß vom Gas. Gewaltige Betonblöcke liegen quer. Auf ihnen steht: PTN PNCh – ein ukrainischer Blockposten also, denn das ist eine zum Klassiker gewordene Abkürzung für Putin – Schwanz (frei übersetzt). Männer mit Kalaschnikow und in schwarzen, grünen und blauen Uniformen sind von Weitem zu erkennen. Zerbeulte und auf die Straße gestellte Verkehrsschilder: 70, 30, Stop. Ich lasse die Scheibe herunter. Ein Polizist mit Kalaschnikow kommt heran, zwei weitere umkreisen das Auto. Ehrenbeweis, kurze Vorstellung ich antworte mit „Slawa Ukraine“, dröhnend wirft er zurück: „Herojam Slawa“ und fragt „Wohin fahren Sie?“ Freundlich bestimmt antworte ich: „Richtung Donezk, Freunde besuchen, an der Front“. Misstrauischer Blick, dann fragt er: „Warum fahren Sie Schlangenlinien?“ Ich muss grinsen. „Radaufhängung testen, die Straßen sind nicht die besten“. Das glaubt er als Begründung unbesehen. „Und was ist das?“ fragt er und zeigt auf die ukrainische Maske, die auf dem Beifahrersitz in Augenhöhe festgemacht ist. „Mein Talisman“ sage ich. Er will sie sehen. Ich nehme sie ab und gebe sie ihm, füge aber hinzu:“ Vorsicht, sie ist etwas eingerissen an der Seite“. Er schaut sie an, dann fragt er mich ohne zu mir aufzublicken:“ Woher haben Sie die?“ Ich sage lächelnd: „Die ist was ganz besonderes, ich habe sie vor der Fußball WM in Deutschland gekauft, zum Spiel Ukraine gegen Tunesien. Wissen Sie noch wer gewann?“ Ich lächele immer noch und während er überlegt sage ich weiter: „Ich saß im tunesischen Block, es gab keine anderen Karten mehr“. „Und?“ fragt er. „Nichts, sie haben nur gelacht wenn ich als Einziger aufstand und Jaaaa brüllte. Es war eine Megaparty“. Er dreht die Maske und besieht sich ernst den Riss an der Seite. Ich frage mich, was in seinem Kopf jetzt vor sich geht. Er geht wortlos zur Seite und kramt eine riesige Rolle durchsichtiges Packband aus einem zerbeulten Karton hervor und sagt zu einem anderen, viel jüngeren Polizisten: „Dershi“ – „Halt mal“. Er repariert in aller Seelenruhe die defekte Stelle der Maske, indem er das Klebeband mit einem Kampfmesser in die passende Größe schneidet und wie mit einem Pflaster liebevoll den Riss sichert. Ich lächle schon lange nicht mehr, schaue nur wortlos zu. Mein Herz krampft sich zusammen, 40 km von hier ist Krieg und sie retten eine lächelnde Plastikmaske mit der Aufschrift „Ukraine“ vor dem Zerfall. Das hätte es vor dem Maidan und unter Janukowitsch sicher niemand getan.

Ein Fritz und ein Iwan

Sie geben mir die Maske wieder und wünschen gute Weiterfahrt. Ich will den Motor starten, als neben mir ein kleiner Renault Lieferwagen hält. Der ältere Mann am Steuer ruft mir durch die geöffnete rechte Scheibe etwas zu, erst beim zweiten oder dritten Anlauf merke ich, dass er gebrochen deutsch mit mir spricht. Er hat wohl mein Nummernschild gesehen und zeigt stolz seine Kenntnisse. Das frappierende für mich ist: er redet zwar mit diesem typischen russischen Akzent, aber mit deutlich bayerischer Dehnung der Vokale. Er steigt aus und redet laut weiter, die Polizisten und Soldaten am Blockposten verfolgen interessiert aber aus höflicher Entfernung diese neue Entwicklung der Ereignisse. Er stellt sich vor, sein Name ist Iwan und es entwickelt sich ein Dialog, in welchem er aber klar die größeren Gesprächsanteile hat. Mittlerweile bin auch ich ausgestiegen und so stehen wir nun, ein Iwan und ein Fritz, miteinander redend noch eine gute halbe Stunde und die langsam Vorbeifahrenden sind verwundert, dass sich in Frontnähe offensichtlich zwei deutsche „Landsleute“ getroffen haben.

Als ich ihm das Ziel meiner Reise erkläre, taut er immer weiter auf. Er erzählt mir, dass er zwar jetzt Rentner ist, aber früher beim ukrainischen und davor sowjetischen Geheimdienst gearbeitet hat. Er war enger Vertrauter von Kutshma und Pintshuk und könnte mir jederzeit Audienzen organisieren, wenn ich das für mein Business mal bräuchte. Ich lehne höflich ab, denn mit Pintshuk habe ich noch eine persönliche Rechnung offen und Kontakte mit Kutschma hinterlassen auch nur verbrannte Erde – aber das behalte ich für mich. Ich höre ihm weiter zu, mehrmals unternehme ich den Versuch herauszufinden, was er von den Ereignissen in der Ukraine hält, aber dieser alte Fuchs weicht geschickt meinen Fragen aus. Ich habe schon oft erlebt, dass mir wildfremde Menschen im Flugzeug, in der Nachtbar oder in der Autowäsche einen Teil ihres Lebens vor mir ausbreiteten. Sicher immer etwas eingefärbt mit Emotionen, aber sicher auch nicht alles erfunden, warum auch. Er erzählt und erzählt, ich höre nur noch mit einem halben Ohr hin, will aber nicht unhöflich wirken und halte das mittlerweile zum Monolog gewordene Gespräch am Laufen. “ Ich war oft in Deutschland, also nicht nur der DDR, auch in der BRD und in Frankreich und Italien“ sagt er. Ich antworte mit einem „Aha“ und denke mir: da muss er wohl wirklich beim KGB gearbeitet haben, er wäre sonst nie aus der Sowjetunion herausgekommen. “ Und nicht nur einmal“ setzt er fort und ich ahne jetzt, woher sein bayerischer Akzent kommt.

Die Steine

„Ich reiste offiziell als Direktor eines Milchwerkes“ sagt er weiter und grinst dabei.“Sicher“ sage ich „als KGB-Offizier hätte man bei der Einreise bestimmt gleich eine Eisenkugel um den Knöchel bekommen“ Wir lachen beide und ich füge scherzhaft an: „Und wie ging die Milch so?“ Ich will gar nicht wissen, was seine wirkliche Aufgabe war, aber er erzählt munter weiter und ich höre irgendwas von Steinen. Ich dachte zuerst, ich habe mich verhört, aber als er das dritte mal von Steinen redet, hake ich nach:“Steine? Als Direktor eines Milchbetriebes? Was denn für Steine? Ziegelsteine etwa? “ Er schaut mich erstaunt und belustigt zugleich an. „Nein, keine Ziegelsteine, richtige Steine“. Ich fühle mich veräppelt. „Was denn für richtige Steine?“ frage ich. „Edelsteine“ sagt er mit etwas leiserer Stimme. Jetzt bin ich wieder voll bei der Sache und schaue ihn mit leichtem Lächeln an:“Edelsteine? „Aber sicher doch nicht als offizielles Produkt eines Milchbetriebes“. „Nein, natürlich nicht“ antwortet er und ist sichtlich erfreut, dass ich mich nun doch für seine Geschichte interessiere, er muss wohl gemerkt haben, dass ich vorher nicht sehr aufmerksam war. Er lauert regelrecht auf die nun logischerweise folgende Frage und ich stelle sie: „Wozu?“ Jetzt hat er mich, denn das will ich jetzt schon wissen und ich schaue aufmerksam aber entspannt in sein verschmitztes Gesicht als er sagt: „Nicht wozu, sondern für wen wäre die bessere Frage“. Er macht es spannend, mir imponiert diese Menschenkenntnis. Folgsam frage ich“ Für wen?“, will nicht unhöflich erscheinen und ihm meine wirklichen Gedanken in diesem Moment offen legen, die mir angesichts dieser Story durch den Kopf gehen, angefangen von James Bond , über „Roter Oktober“ bis Litwinenko und füge hinzu: „Bestimmt so eine Art Bartergeschäft“. „Nein“ sagt er und seine Stimme wird noch leiser aber schneidender: „Für die Chefs der kommunistischen Parteien in Westeuropa“. Ich bin sprachlos. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich runzle die Stirn, meine Augen werden kleiner, ein Mundwinkel verzieht sich zu einem ungläubigen Lächeln und ich wiederhole „Die kommunistischen Parteien in Westeuropa?“ „Genau die“, sagt er. Sein Triumph ist vollständig, er muss es mir ansehen, dass ich völlig perplex bin.

Die Gehaltsempfänger der Sowjetunion

„Wir haben sie alle finanziert, die ganze Zeit“ setzt er hinzu. Ich schweige. „Das war eine tolle Zeit“ und er erzählt wieder, wo er überall war. Alle westeuropäischen sozialistischen und kommunistischen Parteien standen auf der Gehaltsliste der Sowjetunion. „Deutschland, hat mir am Besten gefallen“ sagt er und zählt deutsche Städte auf, die fuer ihn besonders attraktiv waren, westdeutsche Städte und mixt sein Russisch zur Hälfte mit deutschen Begriffen, mit Akzent zwar, aber erstaunlich präzise. Jetzt ist er richtig in Fahrt, er erzählt weiter: „Es gab nie Probleme, immer wenn ich wieder zurück kam, erhielt ich zusätzlich zu meinem Gehalt Valutaschecks“. Er sieht mich aufmerksam an und setzt hinzu: „Forumschecks“ Ich hatte ihm gesagt, dass ich in Ostdeutschland aufgewachsen bin und er wusste offensichtlich sogar, dass in der späten DDR Westgeld im freien Umlauf verboten war, harte Valuta wurde in den „Intershops“ nur in Form sogenannter Forumschecks angenommen. Weiche Valuta, auch der sowjetische Rubel, wurde für einen begrenzten Personenkreis und in begrenzter Menge auch über den GENEX-Katalog abgeschöpft – da gab es meist hochwertige DDR-Waren, Dinge, die man sonst nur unter dem Ladentisch bekam. All das wusste er und er erinnerte mich so daran, dass es auch in der Sowjetunion so etwas ähnliches gab und mit der Zulassung dieser “Berjoska” oder „Kashtan” – Geschäfte, in welchen es sowjetische oder importierte Waren für sogenannte Valutaschecks, gegen die man vorher seine harte Währung zu tauschen hatte, zu kaufen gab, blühte der Schwarzmarkt auf. Während der offizielle Zwangskurs bei unter einem Rubel für einen US-Dollar lag, wurden inoffiziell 5, dann 10, später sogar 15 Rubel für einen Dollar bezahlt. Wer Zugang zu Westgeld hatte, lebte wirklich wie Gott in Frankreich. In Moskau warfen sich die Mädels West-Ausländern scharenweise an den Hals, Valuta-Prostitution gehörte in der Endphase der Sowjetunion zum begehrtesten Traumberuf der weiblichen Bevölkerung zwischen 18 und 25 Jahren, wie damals eine anonyme Umfrage während der “Perestroika” herausfand. Als Iwan sagt: “Ich konnte mir gleich einen Shiguli kaufen“, die sowjetische Bezeichnung für einen Lada, glaubte ich ihm das sofort. „Eigentlich hätte ich mir für das Geld zwei Autos kaufen können, aber wozu“. Ich habe bis jetzt nur zugehört, jetzt frage ich: “ Und dann, als die Ukraine unabhängig wurde haben Sie da weiter Steine transportiert?“ Er weicht aus und erzählt davon, dass das eine schwere Zeit war und er Personen wie Kuchma und Pintshuk schützte. „Und jetzt?“ ich lasse nicht locker. „Ich bin schon einige Jahre Rentner“ antwortet er. „Ich vergesse langsam die deutsche Sprache“ sagt er auf Deutsch. „Aber meine Tochter ist mit einem Deutschen verheiratet und ich bin öfters bei euch – das bayerische Bier ist das beste der Welt“. Er lacht laut. Ich kann ihm auch diesmal nicht wirklich widersprechen und lache mit. Zum Schluss des Gespräches wird die Atmosphäre fast herzlich. Er will meine Telefonnummer, ich überlege kurz und sage: “ die vergesse ich immer“. „Dann wähle einfach meine Nummer und wir haben dann jeweils die andere“. Mist, denke ich, das war eine echt blöde Ausrede von mir. Ich wühle in der Tasche und nehme mein Reservetelefon, er diktiert mir seine Nummer, ich wähle und er sagt nur „O“, was soviel wie „Hat geklappt“ heißt. Wir verabschieden uns mit Umarmung wie alte Bekannte. Die Soldaten an Blockposten freuen sich aus irgendeinem Grund, der Polizist von vorhin kommt auf uns zu und sagt: “2006, in Berlin, 1 zu 0 für die Ukraine, das Tor schoss Schewtschenko, wir sind dann aber trotzdem raus geflogen.“ Ich sage lächelnd: “Totshno” – genau.

Iwan und ich steigen in unsere Autos. Zum Schluss ruft er noch auf Deutsch „Alles Gute“. Höflich und mit einem Lächeln auf den Lippen rufe ich auf Deutsch zurück: „Danke, ebenso“.“Und wenn Du Hilfe brauchst, ruf mich an“ höre ich noch, bevor ich mit einer Art Winken die Scheibe schließe und anrolle.

Ich muss lächeln, eigentlich haben wir es in der DDR ja immer geahnt wer die KP`s finanziert hat, woher sollen sie denn auch sonst die Kohle gehabt haben. Wie ist das eigentlich heute, überlege ich, und schaue auf die Straße, die kerzengerade nach Osten in den Krieg führt. Erst nach einer Weile fällt mir auf, dass ich wieder Schlangenlinien fahre…

Copyright: Fritz Ehrlich

https://www.facebook.com/fritz.ehrlich.7?fref=nf

Ukraine Maske, Foto: Fritz Ehrlich

Ukraine Maske, Foto: Fritz Ehrlich