EXHIBITION in #Kyiv: March 23. – April 10 – Facts and Myths of Sergei #Parajanov Film „Shadows of Our Forgotten Ancestors“ – und eine Reflexion aus der Schweiz


 

Axe, XIX century wood, carved length – 84 cm bludgeon length – 15 cm Kosiv region

Axe, XIX century
wood, carved
length – 84 cm
bludgeon length –
15 cm
Kosiv region

Facts and Myths of Sergei Parajanov Film

Facts and Myths of Sergei Parajanov Film

Facts and Myths of Sergei Parajanov Film

„Shadows of Our Forgotten Ancestors“

A nationwide project devoted to the 50th anniversary of Ukraine’s most famous film premiere. It restores a living legend, retelling the story of how the Shadows of Forgotten Ancestors were made. Unique artifacts, archival records and incredible episodes of this story will absorb the viewer in the film’s mythical world. It is a step-by-step journey to become part of Ukraine’s unique culture via travelling through the tumultuous 1960s inspired by the magic of the Carpathian mountains. Today, the Shadows of Forgotten Ancestors have to become a national feature recognized all over the world. The project will travel across European and American cities demonstrating potential of the Ukrainian art. In turn, it will remind Ukrainians about spectacular cultural value of the legendary film in the walls of Mystetskyi Arsenal. All nine halls will have their own names, original score and a detailed description.

Ukrainian Folk Art

Ukrainian Folk Art


Reflektierend aus der Schweiz:

 

Die letzten Tage (04.März, 2016) wurden in der Schweiz Kulturschaffende nach Kyiv eingeladen, zu einer für die kulturelle Identität der Ukraine wichtigen Ausstellung:

als ich (Simon Gerber)  versucht habe, diese Einladung an Schweizer Kulturschaffende weiterzuleiten und sie für die Ausstellung zu interessieren, ist aus einem Dialog diese meine Reflexion entstanden. Ich teile sie hier in einer anonymisierten Fassung:

Hallo,

selbstverständlich akzeptiere ich, dass Du nicht teilnehmen kannst –

dieser Dein Satz:

Und abgesehen davon ist mir auch zu wenig klar, wer hinter der Ausstellung steht und worin das Interesse liegt, Schweizer Kulturschaffende dazu einzuladen.

regt mich an, einiges etwas zu vertiefen:

da wäre die Ukrainische Sängerin Jamala, sie stammt aus einer Familie aus der Krim, die zur Volksgruppe der Krim Tataren zählt. In ihrem Song nimmt sie Bezug zur Deportation ihrer Familie 1944, darum auch dieser Titel. Der Song wurde in der Ukraine als Beitrag für den Eurovision Song Contest nominiert. Russlands Versuche, das zu verunmöglichen, haben dem Song bereits im Vorfeld rund um den Globus eine noch nie da gewesene Medienpräsenz gebracht. Ich verfolge das künstlerische Schaffen dieser Sängerin schon länger, es ist herausragend was sie an Liedern schreibt und singt (ja, sie schreibt ihre Songs selber):

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2678970/ESC-2016-Krimtatarin-singt-fuer-Ukraine#/beitrag/video/2678970/ESC-2016-Krimtatarin-singt-fuer-Ukraine

– das hier ist übrigens life gesungen, es war die Nominierung in der Ukraine – sie ist zwar eine ganz kleine Frau, aber eine grosse Performerin.

Ich denke wer will, kennt die katastrophale Menschenrechtslage auf der durch Putins Russland besetzten Krim – man kann wissen, dass zahlreiche Exponenten der Krim-Tataren nach Russland als Geiseln verschleppt worden sind, bzw. ermordet worden sind, bzw. verschwunden sind – man kann wissen, wie Putins Russland gegen die Krim Tataren regelrecht ethnische Säuberungen durchführt – man sollte als Schweizer die durch Putins Russland nur am Beispiel der Krim-Besetzung demonstrierte und andauernde Völkerrechtsverletzung als Grund höchster Besorgnis verstehen – wir die Schweiz, ein kleines Land, umgeben von Ländern, denen wir ausser eben dem internationalen Völkerrecht kaum etwas entgegen stellen könnten, wenn es denn darauf ankommen sollte

ja, als vor etwas über zwei Jahren in Sotschi die Schweizer Politik mit Putin das Champagner Glas zum Anstossen hob, war die Krim Besetzung bereits im Gang – während sich zu viele Leute das einfach nicht vorstellen konnten – es gab und gibt Monstrositäten, die will oder kann man sich nicht vorstellen –

 

und wer ein Monster nicht stoppen will, wird früher oder später von Monstrositäten eingekreist sein –

 

nein, ich spreche nicht von einem wilden Krieg gegen Putins Russland, es würde ausreichen, aufzuhören, geldgierig weiter mit ihm Geschäfte zu machen –

oder wie es der grosse Russische Schriftsteller und unser Freund Mikhail Shishkin in klare Worte fasst: 

„Europa muss endlich verstehen, man muss aufhören dem Diktator die Stiefel zu lecken!“ Mikhail Shiskin

Wir haben hier eine Seite eingerichtet, auf der man Mikhail Shishkin zuhören kann:

 

Aber auch seine Bücher, auch jene über die Schweiz – bedeuten mir sehr viel.

Durch unser Engagement im Verein Schweiz-Ukraine (swissukraine.org) stellen wir immer wieder fest, dass zwischen der Schweiz und der Ukraine – im Gegensatz zu Schweiz-Russland – geradezu eine „Beziehungslosigkeit“ herrscht.

Im Vergleich mit der EU etwa – ist die Schweiz nach wie vor auf Russland geradezu fixiert während sie zu viele Optionen für einen Aufbau von Bilateralen Beziehungen mit der Ukraine ganz einfach verpasst – die Ukraine, ein 50 Millionen Land – und ausser ein paar wilden Pionieren, die sozusagen auf eigene Faust in der Ukraine Fuss gefasst haben, verpasst es die Schweiz, an der Entwicklung der Ukraine teilzuhaben – ja, da findet man selbstverständlich ideologische Ursachen (Scheuklappen), zu viele sind leider nicht in der Lage, sich der Wirkung der hybriden Kriegsführung von Putins Russland zu entziehen, zu viele sind ökonomisch bereits zu sehr mit der kriminellen Bande um Putin liiert und haben in der Schweiz ihre Netzwerke, die höchst wirkungsvoll Einfluss nehmen – ich will hier Dich nicht weiter mit Details langweilen – ich kann Dir gerne Materialien vorlegen, die diesbezüglich jeden Zweifel ausräumen.

Hier die wesentlichen Infos zur Ausstellung:

Facts and Myths of Sergei Parajanov Film

„Shadows of Our Forgotten Ancestors“

Träger der Ausstellung: 

  • Mystetskyi Arsenal National Art and Culture Museum Complex
  • FILM.UA Group
  • Pavlo Gudimov’s Art Center Ya Gallery
  • supported by Boris Lozhkin Charitable Foundation

Curators:

  • Pavlo Gudimov and
  • Andriy Alferov

Ausstellungsort: 

  • Mystetskyi Arsenal National Art and Culture Museum Complex

Der eine Kurator der Ausstellung ist Pavlo Gudimov – 

hier ein Interview zu aktuellen Kernthemen der Ukraine – und wie ich meine – die sehr wohl den Rest der Welt betreffen –

Die Überschrift des Interviews ist wohl seine Kernaussage und fasst ausgezeichnet auch die Intention der Ausstellung zusammen:

Pavlo Gudimov: “A different vision is not a pretext to resort to Russian-like hysteria and absurd politicization of culture”

http://ukrainianweek.com/Culture/107810

Und um zurückzukommen zur Frage, was das Interesse sein könnte, Schweizer Kulturschaffende dazu einzuladen:

Ukrainische Kulturschaffende setzen sich künstlerisch reflektierend mit seiner kulturellen Geschichte und Identität auseinander, die Ukraine, ein Land, das sich dem hybriden Krieg von Putins Russland in allen seinen Facetten nun seit über zwei Jahren mit allen seinen Kräften entgegen stemmen muss – die Zahlen sind kein Geheimnis –fast zwei Millionen Menschen innhalb der Ukraine sind vertrieben oder auf der Flucht – die Ukraine hat viele Tausend Tote zu beklagen, Zivilisten und Verteidiger des Landers – und was man vielleicht weniger kennt oder weiss, weil Putins Russland alles tut, um das unter dem Deckel zu halten: Russland hat auch mehrere tausend tote Soldaten zu beklagen, die auf ukrainischem Boden im Krieg umgekommen sind – es sind mitunter Russische NGO’s, deren Untersuchungen diese Anzahl toter Russischer Soldaten beweisen – ein solches Land, das in seiner Geschichte mehrmals durch Russland’s Monstrositäten überrollt worden ist – Holodomor, als Millionen Ukrainer gezielt durch Hunger umgebracht wurden etwa – ein solches Land, das sieht, wie in eben jenen Gebieten, in denen während des Holodomor Millionen Menschen in den Hungertod getrieben wurden, jetzt seit zwei Jahren täglich Tonnen Russischer Munition verschossen wird – es ist wirklich ein Phänomen: Monat für Monat verschiessen die laut Russischer Hybridwarfare Propagandasprache genannten „Rebellen“ hunderte Tonnen Russischer Munition (es gibt dafür genügend Beweise) mit Russischen Waffen (auch dafür gibt es genügend Beweise) und trotzdem hält sich in westlichen Medien und Fluren der Diplomatie getreu der Putin-Propagandasprache die Kampfbegriffe wie: „Rebellen“ – „Konflikt“ – „Aufständische“….. 

Erst jetzt, wenn Deutschland besser sichtbar zum Ziel von Angriffen des Hybriden Krieges von Putin wird – („unsere arme Lisa“) in Verbindung mit der immer weiter zunehmenden Menge von Vertriebenen aus Syrien, die in Deutschland Schutz suchen – während russische Waffen und Soldaten dort ungebremst und äusserst systematisch Zivilisten in die Flucht bomben – wird im Westen zunehmend mit Sorge wahrgenommen – was es heisst, Ziel von Putins Hybridem Krieg zu werden – aber noch immer ist der Widerstand dagegen, das Monströse, auch nur zu sehen, gross. Jenes Phänomen, das wir bei Kleinkindern beobachten, die mit ihren Händen die Augen verdecken, um das Erschreckende nicht sehen zu müssen – wir erkennen es bei Medienschaffenden, bei Kulturschaffenden, bei sogenannten „politischen Führern“ – ach, was für personal auf der politischen Bühne!

In diesem Kontext, strecken Kulturschaffende der Ukraine die Hand aus, auch in die Schweiz, und laden diese ein,  an einem kulturellen Entwicklungsprozess auch teilzunehmen, bzw. diesen einfach auch zur Kenntnis zu nehmen –

ich meine – wir sollten diese Chance erkennen!

Gestern hatte ich die Gelegenheit, mit der Präsidentin des wichtigsten Schweizer Kulturverbandes zu sprechen. Ich habe versucht, auch sie einzuladen. Leider musste sie mir absagen.

Ja, ich sehe, die Einladung kommt extrem spät und auch mir ist nicht entgangen, dass wir alle mit „einer Agenda in unserem Leben unterwegs sind“ – man kann nicht erwarten, dass überhaupt jemand zuhause sitzt und darauf warted, sozusagen am nächsten Tag in ein Flugzeug zu steigen – ich bedaure, dass diese Einladung so spät eingetroffen ist – und man kann das schon gar nicht von Menschen erwarten, die ein sehr aktives, engagiertes Leben leben –

vielleicht nach meinem „kurzen Mail“, das leider viel zu lang geworden ist – magst Du Dir das nochmals überlegen –

Kyiv übrigens ist eine wundervolle Stadt – es gibt da viel zu entdecken – und keine Sorge, es ist da nicht kriegerischer als in Zürich etwa – die Kriegsgebiete sind hunderte Kilometer entfernt.

Danke dafür, dass Du Dich ins Gespräch eingelassen hast.

Herzliche Grüsse

Simon


 

PDF with Informations from exhibition: Shadows of Forgotten Ancestors (presentation)

Interview with the curator of this exhibition:

Pavlo Gudimov: “A different vision is not a pretext to resort to Russian-like hysteria and absurd politicization of culture”

Renowned gallery-owner and musician talks about on ways to prevent people turning into titushkas, consolidation of artists and futility of fascist methods in culture.

 

Direktlink zum Interview: http://ukrainianweek.com/Culture/107810

PDF des Interviews: Interview Pavlo Gudimov The Ukrainian Week

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