NZZ Webpaper – Vollendete Meisterschaft


Bildschirmfoto 2015-03-20 um 21.21.47

Die Scheck-Übergabe…

Anna Netrebko wurde für ihre Leistung als Anna Bolena am 20.3. im Opernhaus Zürich mit tosendem Applaus belohnt. Es lässt sich aber leider nicht wegdiskutieren, dass diese Frau mit ihren Äusserungen und Taten im Dienste von Putin als PR Werkzeug mehr als kontrovers ist. Dass sie auf einer – von ihr ja gemäss der Doktrin, die sie vertritt, gehassten – westlichen Bühne auftritt, ist typisch für die Falschheit der gegenwärtigen Russischen Propaganda. Dass das Opernhaus ihr eine Bühne gibt, ist hingegen nachgerade bedenklich.
Es kann sein, dass die erhöhten Eintrittspreise ihre Star-Gage (min. 80‘000.- Fr. für 4 Auftritte) decken, es bleibt aber dabei, dass das Opernhaus als solches massiv subventioniert ist. Dagegen ist auch nicht unbedingt etwas zu sagen. Aber auch wenn das „eh da“ Kosten sind, ist es doch verwerflich, ein solches „Zugpferd“ in das bestehende, staatlich finanzierte Opernhaus einzuladen. Kultur kann auch politisch missbraucht werden, das war schon bei Leni Riefenstahl so.

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folgender Artikel via NZZ Webpaper – Vollendete Meisterschaft. (Montag 23.3.2015, Auszug)

Eine Protestaktion

m. v.

Ein Bild Anna Netrebkos ist unlängst durch die Medien gegangen und hat die gefeierte russische Sopranistin ins Schussfeld der Kritik gebracht. Es zeigte sie bei der Übergabe eines Checks für das Opernhaus von Donezk mit einem prorussischen Separatistenführer vor der Fahne «Neurusslands». Dieses Bild ist auch auf dem Flugblatt zu sehen, das Mitglieder der Gesellschaft Schweiz- Ukraine am Freitagabend vor dem Opernhaus verteilten. Die «glühende Putin-Verehrerin» wird darin als «Botschafterin des Hasses» gebrandmarkt, die die Aggression Russlands in der Ostukraine öffentlich unterstütze. Der Protest richtet sich gegen das Opernhaus, das «für eine solch zweifelhafte Künstlerin» Steuergelder verschleudere. Das Gegenteil trifft zu: Mit dem Engagement Netrebkos kann das Opernhaus dank vier ausverkauften Vorstellungen zu Spitzenpreisen seine Eigenwirtschaftlichkeit substanziell verbessern. Zahlen gibt die Pressestelle des Opernhauses nicht bekannt, die Zusatzeinnahmen seien jedoch bei weitem höher als die bezahlten Gagen, und die Kosten für die vorsichtshalber aufgebotene Security fielen nicht ins Gewicht.

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